Bye Bafana - eins der  packendsten historisch-politischen Film-Dokumente der letzten Jahre aus der Produktion von X-Filme. Der Film basiert auf den Memoiren des Gefängniswärters James Gregory. Er eignet sich als landeskundliches und historisch-politisches  Material für den Oberstufen Englisch-Unterricht.  Eine verschränkende Betrachtung von Autobiografie, Drehbuch und Film verschafft spannende Einblicke in die politische Geschichte Südafrikas und ihre ästhetische Verarbeitung.

Im Juni 1968 werden der südafrikanische Gefängnisaufseher James Gregory und seine Familie auf die Sträflingsinsel Robben Island versetzt. Dorthin verbannt das Apartheid-Regime politische Gefangene. Da Gregory fließend ixiXhosa spricht, soll er als Leiter der Zensurabteilung die Briefpost der Gefangenen kontrollieren und ihre Gespräche in den Besucherzellen überwachen. Sein Ansprechpartner beim Geheimdienst, Major Pieter Joordan, erhofft sich von Gregorys Sprachkenntnissen Einblicke in die Pläne und Absichten der Inhaftierten ANC-Führer. Darunter auch der zu lebenslanger Haft verurteilte Nelson Mandela. Gregory hält ihn zunächst für den schlimmsten Terroristen Südafrikas.

Doch seine Einschätzung verändert sich, als Mandelas Sohn mit dem Auto tödlich verunglückt. Gregory glaubt nicht an einen Unfall und fühlt sich mitschuldig. Denn er hatte Major Joordan kurz zuvor Hinweise auf Mandelas Jungen gegeben. Da er selbst Vater zweier Kinder ist, kann er Mandelas Schmerz nachempfinden. Zum Entsetzen seiner Frau Gloria verschafft sich Gregory Zugang zur verbotenen Freiheitscharta (The Freedom Charter) des ANC und diskutiert ihre Forderungen mit Mandela. Im Lauf der Jahre entsteht zwischen beiden ein freundschaftliches Verhältnis. Als Gregory 1975 ein kleines Weihnachtsgeschenk für Mandelas Frau aus dem Gefängnis schmuggelt, kommt es zum Eklat. Gregory und seine Familie müssen die Insel verlassen.

Jahre später werden Mandela und vier Weggefährten aufgrund des wachsenden politischen Drucks in die Haftanstalt Pollsmoor bei Kapstadt verlegt. Gregory wird zum Leiter der Bewachungsmannschaft berufen, um einen respektvollen Umgang mit den Häftlingen sicherzustellen. Doch die weltweiten Free-Mandela-Kampagnen heizen den Widerstand in Südafrika an. Auch die internationalen Wirtschaftssanktionen zeigen Wirkung. Deshalb wird Mandela 1988 unter Gregorys Kommando in das weitläufige Victor-Verster-Gefängnis nach Paarl gebracht. Man behandelt ihn menschlich und politisch zuvorkommend, und er darf Gesandtschaften des ANC und anderer Anti-Apartheid-Organisationen empfangen.

Das Schicksal will es, dass Gregorys Sohn Brent tödlich verunglückt. Gregory fühlt sich schuldig, denn er glaubt, dass dies die Strafe für seine Zuarbeit an den Geheimdienst sei. Aus seiner Schwermut erwacht er erst, als der neue Staatspräsident Frederik Willem de Klerk Kontakt zu Mandela sucht. Mandela Bevor Nelson Mandela am 11. Februar 1990 das Gefängnis als freier Mann verlassen kann, gesteht Gregory seine Spitzeltätigkeit und bittet um Vergebung. Die beiden verabschieden einander in verzeihender Freundschaft.

 zurück / Startseite